Am Montag, den 7. Juli hat der Hauptausschuss unseren Bürgerantrag zum Stopp einer weiteren Flächenversiegelung in Wuppertal mit den Stimmen der SPD, CDU und FDP mehrheitlich abgelehnt.
Eine inhaltliche Diskussion der von mir vorgetragenen Gesichtspunkte hat leider nicht stattgefunden. Der Vorschlag von Herrn Christenn, den Antrag erstmal an einen Fachausschuss abzugeben, um dort in eine fachliche und inhaltliche Diskussion zu gehen, wurde ebenfalls mehrheitlich abgelehnt. Lediglich Herr Zielezinski von der Fraktion der Linken hat vergeblich versucht, die in dem Antrag vorgetragenen Gründe, die gegen eine weitere Flächenversiegelung sprechen, aufzugreifen und zu diskutieren.
Von der SPD wurden die hohen Mieten und die Wohnungssuchenden ins Spiel gebracht, wobei es vollkommen fraglich ist, ob eine Wohnbebauung auf der grünen Wiese hier ein Problem löst. Das Thema Leerstände und die angesichts des zunehmenden Internethandels mögliche Umwandlung von leerstehenden Einzelhandelsgeschäften in Wohnungen sowie das große Potential von Industrie-Brachflächen wurde nicht angesprochen.
Die Wortbeiträge von SPD, CDU und FDP zeigten, dass diese Parteien wenig Interesse an den Themen Klimawandel, Schwammstadt, Kaltluftentstehungsgebiete, Natur- und Artenschutz, Naherholung und regionale Landwirtschaft haben und sich hier über die Bedenken sachkundiger Bürger sowie über Erkenntnisse aus der Wissenschaft in ignoranter Weise hinwegsetzen. All diese Themen können über unversiegelte Flächen bearbeitet werden. Auch wäre von den Christdemokraten zu erwarten gewesen, dass sie sich in diesem Zusammenhang zum Thema „Bewahrung der Schöpfung“ geäußert hätten. Diese Formulierung wird ja gerade von Politikern der CDU in Sonntagsreden gerne strapaziert. Der Alltag sieht da wohl anderes aus. Im Vordergrund stehen immer finanzielle Überlegungen.
Die Versieglung von fruchtbaren Böden mit dem Ziel, hierauf über Gewerbe Geld verdienen zu wollen, ist schlicht und ergreifend insofern asozial, da man sich die dort nicht mehr zu erzeugenden Lebens- und Futtermittel aus dem Ausland holt und dort die Böden anderer Menschen in Anspruch nimmt. Dies geschieht vielfach in Regionen, in denen Menschen Hunger leiden und sich Böden aufgrund des Klimawandels mehr und mehr in Wüsten verwandeln. Erosion, Versalzung und Desertifikation im subtropischen und tropischen Bereich sowie Versiegelung hier bei uns führt zu einer ständigen und rapiden Abnahme fruchtbarer Böden, was bei steigender Bevölkerungszahl zwangsläufig in eine gewaltige Ernährungskrise führen wird. Gleichzeitig verlieren durch den Verlust an Böden immer mehr Tiere und Pflanzen ihren Lebensraum. Das Artensterben nimmt also zu, wobei es wichtig ist zu erkennen, dass auch unser Leben untrennbar mit dem Leben von Pflanzen und Tieren verbunden ist. Der Verlust an Böden ist zudem Triebfeder für eine zunehmende Klimaerwärmung.
Hier gilt es die Zeichen der Zeit zu erkennen und das Ruder rumzureißen. Wir tragen hier vor Ort mit an Verantwortung und können mit gutem Beispiel vorangehen.
Vielleicht gibt es ja nach der nächsten Kommunalwahl Politiker, denen diese Themen mehr am Herzen liegen, als dies im Moment der Fall ist. Und vielleicht ergeben sich dann neue Mehrheiten, die unserem Bürgerantrag zustimmen. Es wäre zu wünschen!
Mit freundlichen Grüßen
Christoph Ziegler
Schreibe einen Kommentar